Ich kann gar nicht genau sagen, wann es passiert ist, aber irgendwo zwischen meinem ersten Wald und Wiesen Triathlon und dem Moment, als ich mir im Canyon HQ in Koblenz mein Speedmax geschnappt habe, hat mich das Radfahren gepackt.
Ist doch irgendwie immer so, oder? Man sieht einen Sport, findet ihn ganz okay, aber erst wenn man ihn selbst mal ausprobiert, checkt man wirklich, wie unglaublich krass die Top-Leute in diesen Disziplinen eigentlich sind. Nimm doch mal die ganzen „Netflix-Sportarten“ als Beispiel:
Sport-Faszination durch Netflix?
Formel 1 fand ich früher eher langweilig. Dann kam „Drive to Survive“, hat mal hinter die Kulissen geblickt, und plötzlich wurde mir klar: Das ist viel mehr als nur im Kreis fahren. Die Jungs sind unfassbar fit!
Und wo wir gerade vom Kreis fahren sprechen:
NASCAR ist ja eigentlich noch schlimmer. Aber auch da: Netflix-Doku gesehen, und irgendwie war ich hooked.
Klar, weder Formel 1 (weil es schlichtweg unmöglich ist) noch NASCAR werde ich mir je live im TV ansehen, aber ich habe einen riesigen Respekt vor den Sportlern.
Bei Tennis und Golf ist es ganz ähnlich.
Wobei ich durch WHOOP* schon länger ein gewisses Interesse an Golf und der dahinterstehenden Fitness entwickelt habe. Aber gut – wie könnte es auch anders sein – ich schweife ab.
Wenn man auch nur ein bisschen sportinteressiert ist, kriegt man ja irgendwie alle großen Ereignisse mit, egal welche Sportart. Man verfolgt die Fußball-, Basketball- und Handball-Meisterschaften, weiß ungefähr, wer in Wimbledon vor den gelben Ball schlägt, und hat eine Ahnung, dass Max Verstappen die Formel 1 dominiert. Genauso war es auch bei mir mit der Tour de France.
Wie die Tour de France mich gecatcht hat
Das änderte sich vor ungefähr vier Jahren. Durch den Kauf meines eigenen Rads und mein wachsendes Interesse an Fahrrädern in den sozialen Medien bekam ich immer mehr Fahrrad-Content in meinen Feed gespült. Ich sah, wie irre die Profis trainieren, und habe dann immer mehr zugeschaut. Und mittlerweile freue ich mich wirklich total auf solche Events wie die Tour. Klar gibt es auch andere große Radrennen, aber gib mir da noch ein bisschen Zeit, okay?
Wenn du dich jetzt fragst, was das Tolle daran ist, über hundert Leuten über Stunden beim Strampeln zuzusehen, obwohl es doch eh nur dreimal spannend wird, bevor es ins Ziel geht, dann kann ich dir nur eine Antwort geben:
Die gleiche, die ich dir auch beim Triathlon geben würde.
Schwimmen ist ja noch okay, zeitlich.
Aber beim Radfahren geht’s schon los: vier Stunden Strampeln zuschauen! Und das Ganze gefolgt von zwei bis drei Stunden, in denen man Profis zusieht, wie sie viel zu schnell viel zu weit laufen?
Warum es nie langweilig wird
Abgesehen davon, dass ich es auch ohne Ton irgendwie interessant finden würde, weil ich einfach ein Daten-Nerd bin, ist es zu 90 Prozent den Kommentatoren anzurechnen.
Die machen acht Stunden Triathlon einfach interessant!
Und genau so ist es bei der Tour de France.
Jeden Tag vier bis sechs Stunden zu kommentieren, ohne dass es (mir) langweilig wird, ist schon eine Leistung. Klar, die Umgebung trägt auch dazu bei. Aber anders als beim „Halbzeitloch“ beim Fußball, wo man nach den ersten 20 Minuten schon weiß, wie viele Freundinnen der Spieler hatte und dass ihm die wohl nicht aus dem Kopf gehen, so wie er die Kopfbälle ansetzt … da gucke ich lieber fünf Stunden Leuten beim Radfahren zu.
Naja. Ich bin ja nicht hier, um dich zu überzeugen, meine Interessen zu teilen. Ich wollte nur die aktuelle Zeit nutzen, um einfach auch mal meinen Senf dazu abzugeben.
Die nächsten drei Wochen gucke ich die Tour. Aktiv, nebenbei oder während eines Naps am Sonntag. Der Stream läuft!
Ich hab natürlich auch ein Video für dich, falls du komplett neu im Tour-Game bist:

